Gibt es umweltfreundliche Kreuzfahrtschiffe? Was tun die Reedereien für die Ökobilanz ihrer Kreuzfahrt-Flotten? Die Klimadiskussion macht auch und vor allem nicht vor der Kreuzfahrtbranche halt. Wir zeigen, welche Anstrengungen die Anbieter hinsichtlich Green Cruising unternehmen.

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Das verbirgt sich hinter Green Cruising

Green Cruising ist ein Begriff, der sich auf umweltschonendere Kreuzfahrten bezieht. Gemeint sind damit vor allem umweltfreundlichere und nachhaltigere Antriebssysteme zur Reduktion von Treibstoffemissionen (inkl. Landstrom). Aber auch der nachhaltige Umgang mit Ressourcen an Bord fällt unter Green Cruising, z.B. Müllvermeidung, ökologische Wasseraufbereitung, effiziente Recyclinganlagen, saubere Reinigungstechnik und Vermeidung von “Essensmüll”

AIDA betreibt aktuell das sauberste Kreuzfahrtschiff

Nach dem aktuellen Stand der Technik sind neue Helios-Schiffe relativ saubere Schiffe und werden von AIDA im Rahmen der Green Cruising Strategie vermarktet. Dahinter verbirgt sich der Wille und das Ziel umweltfreundliche Kreuzfahrten zu etablieren. Das technische Konzept erhielt im August 2019 den "Ritterschlag" als durch die Bundesregierung das Umweltsiegel "Blauer Engel" verliehen wurde. 

"LNG steht für Liquified Natural Gas und ist ein Quantensprung in Richtung umweltfreundliche Schifffahrt"
(Quelle umweltmagazin.de)

Das Know-how dafür stammt aus der Papenburger Meyer Werft, die sich nun, nachdem AIDA das erste Helios Schiff in Dienst gestellt hat, vor Aufträgen kaum noch retten kann. Zahlreiche Reedereien ziehen jetzt nach. Um dem Auftragsvolumen Herr zu werden, werden die Schiffe oder Teile davon auch auf anderen Werften gebaut, die zur Meyer Werft gehören (Turku, Rostock).

Green Cruising bedeutet für AIDA aber noch mehr, nämlich die Weiterentwicklung der Schiffsantriebe. Folgende Technologien sollen in den kommenden Jahren erprobt und in den Praxisbetrieb überführt werden: 

  • Batterie-Antrieb
  • CO2-freie Gewinnung von Flüssiggas (das dann zum Betrieb der Schiffe dient)
  • Brennstoffzellen (Praxistest geplant für 2021)

Kreuzfahrtschiffe mit Batterie

AIDA will es jedoch nicht bei den bisherigen Bemühungen um eine umweltfreundliche Kreuzfahrt belassen. Geplant ist, in den nächsten Jahren weitere neuartige Antriebe auf den Schiffen zu installieren. Damit sollen die Kreuzfahrtschiffe Umwelt- und Ökoauflagen nicht nur einhalten, sondern sogar übertreffen. AIDA verfolgt die Vision einer "emissionsneutralen Kreuzfahrt". 

Im August 2019 unterzeichnete AIDA eine Kooperation mit dem norwegischen Batteriehersteller Corvus Energy. Angekündigte wurde zu diesem Zeitpunkt, dass schon 2020 das erste Schiff mit Batteriebetrieb unterwegs sein soll und dass bald konkrete Maßnahmen zur Umsetzung folgen sollten. 

Seit 5. September 2019 nahm die Zusammenarbeit zwischen AIDA und Corvus Energy schon konkretere Formen an. Im Rahmen einer Werkseröffnung von Corvus Energy in Norwegen wurde bekannt gegeben, dass das erste Schiff mit Batteriebetrieb AIDAperla sein wird und schon 2020 mit einem Akku ausgestattet und testweise betrieben werden soll.

Kreuzfahrt mit Hybrid Antrieb

Bei dem Batteriebetrieb von AIDAperla handelt es sich um Lithium-Ionen-Batterien. Das Batteriesystem, das auf AIDAperla installiert wird, hat eine Leistung von 10 Megawatt (das entspricht etwa 1.360 PS) und wird dann der größte Batteriespeicher sein, der auf einem Passagierschiff unterwegs ist. Die Batterie kann per Landstrom im Hafen, aber auch während der Fahrt auf See geladen werden. Der so gewonnene Strom lässt sich nutzen, um beispielsweise während Anlegemanövern oder auch während der Hafenliegezeit (wo kein Landstrom vorhanden ist) den Diesel abzuschalten und so Emissionen aus fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Auch Siemens und ABB sind an dem Pilotprojekt beteiligt. Ziel ist, die Emissionen aus fossilen Brennstoffen weiter zu senken und die Effizienz der Schiffe zu steigern. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen dann in einer Lösung münden, die idealerweise für weitere AIDA und Costa Schiffe anwendbar ist. Ob dies Neubauten oder auch ältere Schiffe betrifft, ist noch nicht klar.

Im Kreuzfahrtbereich gibt es einen anderen Vorreiter, der bereits kurz vor AIDA Hybridantriebe auf Kreuzfahrtschiffen eingeführt hat: Das Schiff "Roald Amudsen" der Reederei Hurtigruten gilt als das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, dass allein durch Batterien betrieben werden kann. Das Schiff ist für Polarkreuzfahrten in die Arktis konzipiert. Das Hybrid-Kreuzfahrtschiff wird häufig in ökologisch sensiblen Regionen unterwegs sein. Laut der Reederei reduziert der Hybridantrieb die CO²-Emissionen um gut 20 Prozent im Vergleich zu anderen Schiffen der Flotte. 

Kreuzfahrt mit Brennstoffzelle

Auch die Brennstoffzelle wird als alternativer Energielierant diskutiert und bei AIDA Cruises sogar schon ausprobiert. Im Rahmen eines Pilotprojektes soll AIDAnova mit einer Brennstoffzelle ausgestattet werden. Brennstoffzellen werden mit Wasserstoff betrieben, das wiederum mit Methanol oder Ethanol hergestellt wird. Die Brennstoffzellen-Anlage soll 2021 auf AIDAnova installiert werden. In einer Testphase sollen Erkenntnisse über den Betrieb auf Hochsee-Passagierschiffen gewonnen werden.

An dem Test sind im Rahmen des Projekts "Pa-X-ell2" neben der ausführenden Meyer Werft und AIDA weitere Firmen beteiligt. Das Projekt wird vom Verkehrsministerium gefördert und hat das Potenzial, Emissionen in der Schifffahrt erheblich zu reduzieren, insbesondere wenn das für die Herstellung für Wasserstoff notwendige Methanol oder Ethanol mithilfe regenerativer Energien produziert wird.

Prototypen: Schiffe mit Brennstoffzellen-Antrieb

Parallel gibt es weitere Anstrengungen, den Brennstoffzellen- oder Wasserstoff-Antrieb auch auf großen Schiffen zur Serienreife zu bringen. Ein vielversprechendes Projekt kommt aus Norwegen. Bei der Firma Havyard werden Wasserstoff-Antriebe bereits für Fähren gebaut, die in norwegischen Fjorden unterwegs sind. Die Technik hat das Potenzial auch auf größeren Schiffen, z.B. Kreuzfahrtschiffen eingesetzt zu werden. Nach Angaben des Unternehmens ist der Antrieb sowohl für Neubauten als auch für die Umrüstung älterer Schiffe geeignet.

Nabu Kreuzfahrt Ranking 2019

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erhebt regelmäßig ein “Kreuzfahrt-Ranking”. Darin bewerten die Umweltschützer Kreuzfahrtschiffe, die in Europa fahren, hinsichtlich Luftverträglichkeit und Klimabilanz. Am aktuellen Ranking sieht der Nabu AIDAnova gemessen an der Luftverträglichkeit auf Platz 1 (zusammen mit dem Schwesterschiff Costa Smeralda). Beide Schiffen erhielten die höchste Punktzahl. 

Ein ZDF-Kreuzfahrt-Test hat sich 2019 ebenfalls mit dem Thema Kreuzfahrt und Umwelt beschäftigt.

Weitere Schiffe der Top 10 gehören ebenfalls zu AIDA, außerdem zu Hapag Lloyd, Hurtigruten und Ponant (eine auf Luxuskreuzfahrten spezialisierte Reederei): 

1. AIDAnova
1. Costa Smeralda
3. Hapag Lloyd Europa 2
3. Hapag Lloyd Hanseatic Nature
3. Hapag Lloyd Hanseatic Inspiration
3. AIDAprima
3. AIDAperla
6. Hurtigruten Roald Amundsen
6. Ponant Le Bougainville
6. Ponant Le Dumont-d’Urville
6. Ponant Le Champlain
6. Ponant La Laperouse

Quelle: Nabu

Wie umweltschädlich sind Kreuzfahrtschiffe?

Der Nabu zeigt mit dem Ranking 2019, dass Kreuzfahrtschiffe umwelt- und ressourcenschonend unterwegs sein können und vor allem, dass in der Branche merklich daran gearbeitet wird. Allerdings sind viele Reedereien noch weit davon entfernt, eine ernst zunehmende Green Cruising Strategie zu verfolgen.

Den größten Nachholbedarf sieht der Nabu im Bereich dere Klima- und Ökobilanz insgesamt. Denn auch wenn die Reedereien hinsichtlich Emissionsreduktion in den vergangenen Jahren einiges erreicht haben, ist bei der Ökobilanz insgesamt noch viel Luft nach oben. Um die Klimabilanz zu verbessern, gilt es, nicht nur den Schadstoffausstoß, sondern auch die Produktion von Antriebsstoffen mit zu berücksichtigen. Einzige Reederei, die Anstrengungen in diese Richtung unternimmt, ist aktuell AIDA (synthetisches LNG, Batterieantrieb, Brennstoffzelle).

Schadstoffbelastung durch ein Kreuzfahrtschiff

Die genaue Umweltbelastung lässt sich nicht pauschalisieren. Man muss zwischen CO2-Ausstoß, Feinstaub- und Schwefeloxid-Emissionen und Stickoxiden (NOx) unterscheiden. Je nach Antrieb, Schiffsgröße, Reiseregion und Baujahr des Schiffes sind das ganz unterschiedliche Werte.

Reiseregion: In Nordeuropa (Ostsee, Nordsee, Nordatlantik) sowie Nordamerika (USA & Kanada, einige Polarregionen) gelten besonders strenge Umweltauflagen hinsichtlich des Treibstoffes. In diesen Reiseregionen dürfen Schiffe nur mit Marine- oder Schiffsdiesel fahren (anstatt mit Schweröl). Marinediesel enthält deutlich weniger Schwefel (0,1%) als Schweröl (bis 31.12.2019 max 3,5%, seit 1.1.2020 max. 0,5%) und ist deshalb weniger umweltschädlich.

Es ist zu erwarten, dass die Umweltauflagen in den kommenden Jahren weiter verschäft werden. Mit der Inbetriebnahme innovativer Antriebe können und müssen die Reedereien nicht nur in ökologisch sensiblen Gebieten schadstoffarm unterwegs sein. LNG ist ein großer Schritt in diese Richtung.

Umwelt-Vorteile Flüssigerdgas- & LNG-Antriebe (gegenüber Diesel & Schweröl)

  • keine Schwefel-Emissionen (100% Reduktion)
  • fast kein Feinstaub-Ausstoß (95-100% Reduktion)
  • kaum noch Stickoxid-Ausstoß (85% Reduktion)
  • CO2-Ausstoß um rund 20-30% reduziert

Die Zahlen stammen aus 2018 vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags.

Warum fahren nicht längst alle Schiffe mit LNG?

Der Flüssigerdgas- bzw. LNG-Antrieb lässt sich besonders effizient auf speziell dafür konstruierten Kreuzfahrtschiffen installieren. Eine Nachrüstung älterer Schiffe ist zwar möglich, aber sehr aufwändig und teuer. Bislang wurden lediglich vereinzelt Containerschiffe umgerüstet, nicht jedoch Kreuzfahrtschiffe. Neubauten wiederum benötigen viel Zeit: Von der ersten Skizze bis zur ersten Reise vergehen Jahre. Aber die gute Nachricht: Immer weniger Kreuzfahrtschiffe verpesten die Luft in Zukunft, wenn die jetzt geplanten Neubauten vieler Reedereien in Dienst - und ältere ggf. außer Dienst - gestellt werden. 

Nur 0,6% aller Schiffe sind Kreuzfahrtschiffe

Forderungen stellt der Nabu aber nicht nur an die Kreuzfahrtbranche, sondern auch an Politik und öffentliche Entscheidungsträger. Strengere Grenzwerte und sowie weltweit einheitliche Umweltauflagen könnten dazu beitragen die Schifffahrt insgesamt umweltfreundlicher zu machen. Durchaus berechtigt, angesichts über 350 Kreuzfahrtschiffen (weltweite Kreuzfahrtschiffe-Liste), die einen Bruchteil der weltweit fahrenden Schiffe ausmachen.

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Grafik: Seetours.de | Zahlen: Umweltbundesamt

Fragen & Antworten (FAQ)

Wieviel CO2 stößt die Kreuzfahrt im Vergleich zum Auto aus?

Es gibt eine Untersuchung vom Nabu, in der dieser Frage nachgegangen wird. Allerdings werden aus dem Vergleich, der Autos und Kreuzfahrtschiffe gegenübergestellt, oftmals falsche Schlüsse gezogen. Berühmt ist das Zitat des Nabu: Ein Kreuzfahrtschiff stoße auf einer Reise mehr Schadstoffe aus als 5 Millionen Autos. Diese Aussage hat einen Faktencheck bisher nicht bestanden. Auch der Nabu selbst musste erkennen, dass die Aussage nicht nachvollziehbar ist. Fest steht, dass sich Abgase eines Kreuzfahrtschiffs hinsichtlich Umwelt nicht oder nur sehr begrenzt seriös mit einem Auto vergleichen lassen. Eine solche Gegenüberstellung besitzt schlichtweg kaum Aussagekraft.

Gibt es Kreuzfahrten ohne Umweltverschmutzung?

Wer unterwegs ist, hinterlässt immer einen ökologischen Fußabdruck. Wie groß der Fußabdruck ist, hängt vom Verkehrsmittel ab, sei es der Flieger, das Schiff, das Auto oder die Bahn. Und wiederum für jedes Verkehrsmittel gibt es Unterschiede. Regionalbahnen haben eine schlechtere Klimabilanz als Fernzüge. Ebenso in der Kreuzfahrt: Relativ sauber reisen Sie ab Deutschland in Nordeuropa-Regionen, insbesondere Ostsee & Norwegen, da kein Flug anfällt, besonders strenge Emissionsvorschriften in Nord- und Ostsee gelten am ehesten Landstrom vorhanden ist.

Welches ist das umweltfreundlichste Kreuzfahrtschiff?

Laut Nabu Kreuzfahrtranking 2019 ist es AIDAnova. Das Schiff hat 2019 sogar das Siegel “Blauer Engel” durch die Bundesregierung erhalten.

Gibt es ein Kreuzfahrtschiffe-Umwelt-Ranking?

Diverse Institutionen beschäftigen sich neben dem Nabu mit den Themen Kreuzfahrt und Umwelt. Dazu gehört Stiftung Warentest ebenso wie das ZDF.
 

MSC

Die Reederei MSC Cruises hat sich ebenfalls sehr ehrgeizige Ziele gesetzt, um Kreuzfahrten umweltfreundlicher zu gestalten. Die Schweizer Reederei will ihre Kreuzfahrtflotte ab Anfang 2020 emissionsfrei fahren lassen. Allerdings wird das zuächst nur auf dem Papier sein, denn erreicht wird die Null-Emissions-Kreuzfahrt über Zertifikate und Ausgleichsmaßnahmen. Die Reederei will jede Reise aus eigener Tasche über CO²-Zertifikate ausgleichen, denn Technik allein wird kurzfristig für die ehrgeizigen Umweltziele nicht genügen. So äußerte sich zumindest der Vorstandschef Pierfrancesco Vago.

Im Laufe der kommenden Jahre soll dann aber sukzessive mit neuer Technik auf den Schiffen der Emissionsausstoß tatsächlich gesenkt werden. Konkrete Ziele sind:

  • Bis 2024 29 Prozent CO²-Reduktion gegenüber 2008
  • Bis 2030 40 Prozent CO²-Reduktion

LNG Schiffe bei MSC

MSC Europa wird das erste gasbetriebene MSC Kreuzfahrtschiff sein. Der Bau begann im November 2019 auf der französischen Werft in Chantiers de l'Atlantique. Die Übergabe ist für 2022 geplant. MSC hat außerdem angekündigt, 4 weitere LNG-Schiffe bis 2027 in Betrieb zu nehmen.

Auf der MSC Europa will das Unternehmen außerdem eine neuartige Brennstoffzellen-Technologie ausprobieren, die dazu beiträgt die Effizienz des LNG Betriebs weiter zu steigern und die Emissionen weiter zu senken.

Weitere Ansätze für grüne Kreuzfahrten

Einige Reedereien verzichten in besonders sensiblen Regionen wie der Antarktis, Arktis oder vor Grönland auf den Einsatz von Schweröl: So setzen die Schiffe der Hanseatic-Linie von Hapag-Lloyd in diesen Gewässern künftig auf Gasöl statt auf Schweröl, um ihre Emissionen zu reduzieren.

Auch ein sogenanntes Hybrid-Kreuzfahrtschiff, das mit einem Diesel- und einem elektrischen Motor ausgestattet ist, läuft 2019 vom Stapel: Es wurde vom norwegischen Anbieter Hurtigruten in Auftrag gegeben und soll bis zu 30 Minuten mit reinem Elektroantrieb fahren können.

Scrubber: Filtern mit Abgaswaschanlagen

Eine weitere Möglichkeit, die Abgasbelastung wirksam zu reduzieren, sind effektive Abgasfilter und Abgaswaschanlagen (Scrubber), wie sie beispielsweise auf den neuesten Schiffen der TUI Cruises eingesetzt werden. Mit solchen cleveren Systemen können Schwefelemissionen um fast 100 Prozent gesenkt werden, der Ausstoß von Stickoxiden um 75 Prozent und der von Rußpartikeln um 60 Prozent.

Mit Landstrom null Emission im Hafen

Lübeck, Altona bei Hamburg und Cuxhaven besitzen sie schon: Landstromanlagen, mit denen sich Handels- und Kreuzfahrtschiffe ihren Strom aus der Steckdose ziehen können. In Kiel ist eine solche Anlage in Planung. Auch immer mehr Kreuzfahrtschiffe werden umgerüstet oder direkt mit dieser umweltfreundlichen Technologie versehen. Die Landstromversorgung, auch als Cold Ironing bezeichnet, ermöglicht es den Schiffen, die Motoren bei ihrem Aufenthalt im Hafen abzuschalten und die Emissionen so auf null zu reduzieren.

Abfallmanagement

Mehrere Tausend Menschen machen auf einem Kreuzfahrtschiff Urlaub. Hinzu kommt die Besatzung, da fallen Unmengen von Abwässern und Müll an. Neuere Schiffe verfügen über bordeigene Kläranlagen, die das Wasser so säubern, dass es bedenkenlos ins Meer geleitet werden kann. Sogenannte Umweltmanager kontrollieren an Bord eine korrekte Mülltrennung und die Entsorgung des Abfalls an Land. Beim Thema Abfallmanagement sind aber auch die Passagiere gefragt: Durch das Vermeiden von Müll, Mülltrennung und die Reduzierung von Küchenabfällen tragen Sie auf Ihrer Kreuzfahrt zu einer besseren persönlichen Ökobilanz bei.

Problem: Antrieb mit Schweröl

Warum sind Kreuzfahrten so umweltschädlich? Als größtes Problem der Branche gilt der Antrieb fast aller Schiffe mit Schweröl, welches die meisten Reedereien statt dem hochwertigeren Schiffsdiesel nutzen. Das Restprodukt Schweröl entsteht bei der Erdölverarbeitung und verursacht bei der Verbrennung deutlich mehr Schadstoffe als Diesel: schädliches Schwefeloxiddas Treibhausgas CO², Stickoxide und Feinstaub.

Übrig bleibt bei der Verbrennung des billigen Treibstoffs der sogenannte Sludge, ein hochgiftiger Ölschlamm, der in entsprechenden Tanks an Bord gesammelt und im Hafen entsorgt werden muss. Das kostet aber viel Geld und ist aufwendig. Warum werden Kreuzfahrten nicht verboten? Aus Sicht des Umweltschutzes ist dies eine berechtigte Frage. Doch es gibt Aspekte, die dagegen sprechen: 

  • neue Umwelttechnologien
  • strenger werdende Auflagen
  • Wirtschaftsfaktor Kreuzfahrt (z.B. Reedereien, Häfen, Werften)

Im Vergleich liegt der Anteil an Kreuzfahrtschiffen beim Schiffsverkehr der Welt übrigens nur bei 0,5 Prozent und auch die Handelsschiffe fahren mit Schweröl. Allerdings navigieren die Kreuzfahrtschiffe durch besonders sensible Gewässer und einzigartige Naturschutzgebiete. Außerdem laufen sie die Innenstädte vieler Metropolen an, in denen Feinstaub sowieso zur Herausforderung für die Verkehrs- und Umweltpolitik geworden ist.

Energiebedarf einer Kleinstadt

Während der Aufenthalte in den Häfen lassen die meisten Schiffe die Motoren laufen, um ihren Energiebedarf zu decken – und der ist gewaltig. Ein großes Kreuzfahrtschiff verbraucht etwa so viel Strom wie eine Kleinstadt.

Zwar gibt es in einigen Häfen wie zum Beispiel in Hamburg bereits Landstromanlagen, an die sich die Schiffe andocken könnten. Doch der Strom vom Land ist in der Regel teurer als der schiffseigene, und vor allem ältere Schiffe sind für einen entsprechenden Stromanschluss nicht ausgestattet. So stoßen die Schiffe auch in den Häfen Schadstoffe aus, welche die Luftqualität vor Ort mindern. Vor strengeren Auflagen scheuen sich einzelne Bundesländer, da sie befürchten, dass die Kreuzfahrtschiffe auf andere Häfen ausweichen.

Trotzdem gehen viele Reedereien mit gutem Beispiel voran und entwickeln nachhaltigere Strategien und Technologien mit dem Ziel, die Kreuzfahrten und den Tourismus sauberer und umweltfreundlicher zu gestalten.

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"Ab Preise" sind angegeben bei 2er Belegung in Euro pro Person, basierend auf AIDA VARIO Konditionen, limitiertes Kontingent. Kinder (2–15 Jahre) und Jugendliche (16–24 Jahre) im 1./2. Bett erhalten keine Ermäßigung auf den Preis der Kreuzfahrt.